Selbstgesteuertes Lernen
am Bille-Gymnasium
Selbststeuerung bedeutet, das eigene Lernen bewusst zu gestalten. Schüler:innen planen Lernprozesse selbst, setzen diese selbständig um und überprüfen sie – mit dem Ziel, ihr Lernen zunehmend selbst zu steuern und Verantwortung für Entscheidungen zu übernehmen. Dabei steht nicht das „mehr“ an Freiheit im Mittelpunkt, sondern das angemessene Maß an Orientierung und Eigenständigkeit für jede:n Einzelne:n.
Dafür schaffen wir am Bille-Gymnasium klare Strukturen, fördern gezielt grundlegende Lernkompetenzen und die Erfahrung der eigenen Wirksamkeit. Grundlage ist eine Lern- und Beziehungskultur, die Verlässlichkeit, Zutrauen und individuelle Förderung verbindet. Selbstgesteuertes Lernen ist nicht nur fester Bestandteil unseres Fachunterrichts, sondern auch mit folgenden Komponenten fest im Stundenplan verankert:
- LernDock: Lernen organisieren
- SEGEln: Selbstgesteuertes Lernen
Ebenen der Selbststeuerung
Selbststeuerung verbindet zwei Ebenen des Lernens:
- die Selbstorganisation – also das äußere Strukturieren von Zeit, Material und Arbeit, und
- die Selbstregulation – das innere Steuern, Beobachten und Reflektieren des Lernprozesses. Schüler:innen lernen, Lernstrategien anzuwenden, Fortschritte einzuschätzen und aus Erfahrungen zu schließen.
Lehrkräfte begleiten diesen Prozess, indem sie Orientierung geben, Feedback ermöglichen und Freiräume eröffnen, ohne die Verantwortung an die Schüler:innen komplett abzugeben.
Kompetenzen, die Selbststeuerung ermöglichen
Selbststeuerung entsteht nicht von allein. Sie beruht auf Kompetenzen, die schrittweise entwickelt und im Unterricht immer wieder eingeübt werden:
- Kognitive Kompetenzen: Strategien und Methoden gezielt einsetzen und anpassen.
- Motivationale Kompetenzen: Ziele setzen, ausdauernd bleiben, mit Rückschlägen umgehen und darauf reagieren lernen.
- Metakognitive Kompetenzen: Lernen planen, beobachten, reflektieren und daraus Konsequenzen ziehen.
Am Bille-Gymnasium finden Schüler:innen Lernumgebungen vor, die diese Fähigkeiten befördern. Unsere Lehrkräfte unterstützen Schüler:innen dabei, ihr eigenes Lernen zu beobachten, zu reflektieren und nächste Ziele ableiten. Die regelmäßige Reflexion – etwa im Lernplaner („Buddy“) oder im Lerncoaching – macht Lernfortschritte sichtbar und stärkt das Selbstvertrauen.
Selbststeuerung als Lernprozess
Lernen ist kein linearer Ablauf, sondern ein Kreislauf aus drei miteinander verbundenen Phasen:
Diese Phasen bilden den Kern der Selbstregulation. Lehrkräfte unterstützen dabei, diesen Prozess bewusst zu gestalten und in Routinen zu überführen. So lernen Schüler:innen nicht nur Inhalte, sondern auch, wie Lernen gelingt.
Lernformen der Selbststeuerung
Selbststeuerung zeigt sich in unterschiedlichen Lernformen. Sie stehen gleichwertig nebeneinander und bieten den Schüler:innen Möglichkeiten, ihr Lernen passend zu Situation, Aufgabe und Entwicklungsstand zu gestalten. Für alle Lernformen gibt es im Bille-Gymnasium passende Räume.
1. Gesichertes Lernen
Bietet Orientierung und Sicherheit. Schüler:innen arbeiten in vorgegebenen Strukturen, erproben Lernroutinen und festigen Grundlagen. Lehrkräfte begleiten eng, geben Rückmeldung und schaffen Verlässlichkeit.
2. Kooperatives Lernen mit selbständigen Anteilen
Betont Austausch und Zusammenarbeit. Schüler:innen übernehmen Verantwortung in Gruppen, sie lernen, Perspektiven zu verstehen und voneinander zu profitieren. Lehrkräfte fördern gemeinsame Planung und gegenseitiges Feedback.
3. Selbstständiges Lernen
Ermöglicht, Entscheidungen über Lernziele, Strategien und Lernorte selbst zu treffen. Schüler:innen strukturieren ihr Vorgehen, reflektieren ihren Fortschritt und ziehen Bilanz. Lehrkräfte begleiten als Coach, der Impulse gibt und die Qualität der Arbeit sichert.
4. Verantwortungsbewusstes Lernen
Zielt auf Mitgestaltung und Nachhaltigkeit. Schüler:innen übernehmen Verantwortung für Projekte, Themen und Gruppenprozesse. Sie bringen eigene Ideen ein, dokumentieren Ergebnisse und tragen zur gemeinsamen Lernkultur bei.